Ich sehe dabei zu, wie die Dienste, die wir einst liebten, langsam verrotten. Und ich habe keine Lust mehr, nur Statist in einer Bilanz zu sein. wegvon.xyz ist mein persönliches Projekt für alle, die den Stachel der Plattform-Logik nicht mehr ignorieren können, wegwollen, wissenwollen, wo anfangen.

Deshalb kuratiere ich hier die Fluchtwege aus den goldenen Käfigen. Die KI-Modelle der Big Tech helfen mir dabei, arbeiten mit mir gegen ihre Besitzer. Es bleibt wieder nur wenig Zeit, bis sich auch dieses Fenster schliesst. So wie es konfigurierbare Algorithmen, chronologische Feeds, vertrauenswürdige Nutzerbewertungen, 1-Click Umzüge von App zu App, gleichwertige Suchmaschinen nicht mehr gibt - alles weg im Namen des Wachstums. Zukünftig wieder geben wird, so leicht lässt sich der Geist nicht mehr zurück in die Flasche bringen.

Die Logik des Scheiterns

Die meisten Plattformen sind heute so gebaut, dass sie uns früher oder später verraten müssen. Was als nützliches Werkzeug startet, endet als geschlossene Extraktionsmaschine. Ich bewerte Dienste deshalb nach ganz einfachen Regeln: Wie gut und wie unabhängig machen sie mich?

Dabei achte ich auf vier Dinge:

  • Businessmodelle ohne Ketten: Ich bevorzuge Projekte, die nicht am Tropf von Risikokapitalgebern hängen und deshalb nicht zu unendlichem Wachstum verdammt sind.

  • Keine digitalen Lehnsherren: Ich lehne Plattformen ab, die das Privatbesitztum einzelner Milliardäre sind.

  • Offener Code: Ich möchte selbst bauen, verändern, reparieren können. Echtes Open Source ist für mich die Basis für Vertrauen.

  • Die jederzeitige Wechsel-Option: Ein Dienst ist nur so gut wie die Möglichkeiten, mit denen ich wechseln kann. Wer meine Daten als Geisel halten möchte, den verlasse ich.

Der Zerfall mit Ansage: Wann ist es Zeit zu gehen?

Ich teile Dienste in vier Stadien ein, frei nach Cory Doctorow. Wenn ich weiss, wo ein Tool gerade steht, kann ich den Absprung planen, bevor die Tore schliessen:

  1. Akquise: Alles ist toll, oft kostenlos und super nützlich. Könnte echt oder nur ein Köder sein.

  2. Bindung: Die Qualität sinkt, aber die Hürden für den Wechsel steigen. Ich bleibe nur noch aus Bequemlichkeit oder Angst vor Datenverlust.

  3. Extraktion: Jetzt geht es nur noch um die Werbepartner. Wir sind nicht mehr Nutzer, wir sind die Beute, Daten und Vektoren.

  4. Terminal: Der Dienst ist funktional am Ende. Eine leere Hülle, die nur noch Geld drucken soll, bis nichts mehr übrig ist.

Souveränität macht Arbeit (und das ist okay)

Meine Illusionen sind verflogen: Der Weg in die digitale Unabhängigkeit ist anstrengend. Es kostet Zeit, es braucht Nerven und man muss bereit sein, Komfort gegen unbequeme Autonomie zu tauschen.

Für mich ist dieser Aufwand notwendiger Widerstand. In einer digitalen Welt, die uns faul süchtig und abhängig machen will, ist Souveränität ein Akt der Selbstachtung. Auf wegvon.xyz liefere ich dir das Werkzeug und das Wissen für diesen Prozess.

Was demnächst kommt:

  • [Der Katalog] – Meine Analysen und knallharte Bewertungen unabhängiger Alternativen.

  • [Migrations-Protokolle] – Meine Anleitungen für den Umzug deiner digitalen Identität.